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Ratgeber

Was Wohnmobil mieten kostet: Tagespreis, Nebenkosten, Maut

Ein Miet-Wohnmobil kostet nach Angaben der ADAC Autovermietung zwischen 50 Euro am Tag für kleine Fahrzeuge und 300 Euro für große Modelle, in den Sommerferien mehr als im Frühjahr. Dazu kommen beim ADAC 159 Euro Servicepauschale, mindestens 140 Euro Reinigung bei ungeputzter Rückgabe und 1.500 Euro Kaution. Eine Gebührenordnung gibt es nicht, jeder Vermieter setzt seine Preise selbst.

Ein Wohnmobil kostet 50 bis 300 Euro am Tag, je nach Größe und Saison

Der Tagespreis eines Miet-Wohnmobils liegt nach Angaben der ADAC Autovermietung zwischen 50 Euro für kleine Wohnmobile und 300 Euro für große und luxuriöse Modelle. In den Sommermonaten ruft derselbe Vermieter für dasselbe Fahrzeug mehr auf als in der Nebensaison. Eine amtliche Preisstatistik für Wohnmobilmieten gibt es nicht, und eine Gebührenordnung wie bei Handwerkern oder Anwälten existiert für diese Branche nicht. Jeder Vermieter kalkuliert selbst.

Der Preis hängt an vier Stellschrauben. Die erste ist die Fahrzeugklasse: Ein Kastenwagen mit zwei Schlafplätzen kostet weniger als ein Alkoven-Wohnmobil für sechs Personen. Die zweite ist die Saison, weil die Nachfrage in den Schulferien die Flotte auslastet. Die dritte ist die Mietdauer, weil viele Vermieter in der Hauptsaison eine Mindestmiete verlangen, beim ADAC in den Schulferien 12 Nächte. Die vierte ist das Alter des Fahrzeugs, denn ein drei Jahre alter Camper wird günstiger vermietet als ein Neufahrzeug der laufenden Saison.

Tagespreis eines Miet-Wohnmobils nach Angaben der ADAC Autovermietung
50 bis 300 Euro
ADAC Autovermietung, Wohnmobil mieten in Frankfurt, Stand 20. September 2026
Servicepauschale je Anmietung bei der ADAC Wohnmobilvermietung
159 Euro
ADAC Autovermietung, Häufige Fragen Wohnmobile, Stand Juni 2024, Stand 1. Juni 2024
Campingplatz je Nacht in Deutschland für eine dreiköpfige Familie in der Hochsaison
40 Euro
ADAC Camping-Preisindex 2026, veröffentlicht über PiNCAMP, Stand 1. März 2026

Die Zahl der Anbieter wächst, und das drückt in der Nebensaison auf die Preise. Der Caravaning Industrie Verband zählte für 2025 in Deutschland 75.368 neu zugelassene Reisemobile, davon 25.385 gewerblich zugelassene Fahrzeuge, zu denen die Mietflotten gehören. Der Bestand lag laut Kraftfahrt-Bundesamt am 1. April 2025 bei 1.002.562 Wohnmobilen, rund 65.000 mehr als ein Jahr zuvor. Im Sommer hilft Ihnen das nicht, weil dann jedes Fahrzeug vermietet ist; im Mai und im September bekommen Sie dieselben Fahrzeuge deutlich günstiger.

Welche 6 Nebenkosten zum Tagespreis hinzukommen

Zum Tagespreis kommen bei fast jedem Vermieter feste Pauschalen, die im beworbenen Preis nicht stecken. Die ADAC Wohnmobilvermietung nennt in ihren häufigen Fragen (Stand Juni 2024) diese Posten mit Beträgen, andere Vermieter nennen ähnliche Positionen unter anderen Namen. Die sechs Posten, die Sie in jedem Angebot suchen sollten:

  • Servicepauschale oder Übergabepauschale: Beim ADAC 159 Euro je Wohnmobil und 100 bis 129 Euro je Wohnwagen. Sie deckt Einweisung, Übergabe und oft die erste Gasfüllung ab und fällt einmal je Miete an, nicht je Tag.
  • Endreinigung: Beim ADAC mindestens 140 Euro, wenn Sie das Fahrzeug nicht gereinigt zurückgeben. Wer selbst putzt, spart den Betrag.
  • Toilettenreinigung: Beim ADAC 140 Euro, wenn die Kassette nicht geleert und gereinigt zurückkommt. Das ist der Posten, den Erstmieter am häufigsten übersehen.
  • Mehrkilometer: Die meisten Vermieter geben Freikilometer je Tag oder je Miete vor und berechnen jeden weiteren Kilometer einzeln. Der Preis je Kilometer steht in der Preisliste, nicht im Tagespreis.
  • Zusatzversicherung zur Senkung der Selbstbeteiligung: Beim ADAC lässt sich die Selbstbeteiligung von 1.500 Euro gegen Aufpreis auf 250 Euro je Schadensfall senken. Der Aufpreis wird je Tag berechnet.
  • Zubehör: Campingmöbel, Fahrradträger, Kindersitze, Bettwäsche und Navigationsgerät kosten bei den meisten Vermietern extra, je Stück und je Miete.

Wie Sie den Gesamtpreis einer Wohnmobilmiete in 5 Schritten berechnen

Den Gesamtpreis rechnen Sie in fünf Schritten aus, und zwar für jedes Angebot getrennt mit denselben Reisedaten. Das Rechenbeispiel nutzt einen angenommenen Tagespreis von 120 Euro und die Pauschalen der ADAC Wohnmobilvermietung; Ihre Zahlen setzen Sie aus dem jeweiligen Angebot ein.

  1. Nächte mal Tagespreis: 10 Nächte mal 120 Euro ergeben 1.200 Euro. Prüfen Sie, ob der Vermieter nach Nächten oder nach Kalendertagen abrechnet; bei Abholung am Nachmittag und Rückgabe am Vormittag zählen manche Vermieter den Rückgabetag mit.
  2. Pauschalen addieren: 159 Euro Servicepauschale kommen immer dazu, 140 Euro Reinigung und 140 Euro Toilettenreinigung nur, wenn Sie nicht selbst reinigen. Im Beispiel mit eigener Reinigung: 1.359 Euro.
  3. Kilometer rechnen: Schätzen Sie die Route mit einem Routenplaner, im Beispiel 1.800 Kilometer. Liegen im Angebot 150 Freikilometer je Tag, sind 1.500 Kilometer frei und 300 Kilometer werden nach Preisliste berechnet. Bei einem angenommenen Kilometerpreis von 0,35 Euro sind das 105 Euro, im Beispiel jetzt 1.464 Euro.
  4. Versicherung entscheiden: Wollen Sie die Selbstbeteiligung von 1.500 auf 250 Euro senken, kommt der Tagesaufpreis mal 10 Nächte dazu. Den Aufpreis nennt die Preisliste des Vermieters; er gehört in die Rechnung, wenn Sie ihn buchen.
  5. Kaution gedanklich abziehen: Die 1.500 Euro Kaution sind kein Preis, sondern hinterlegtes Geld, das ohne Schaden zurückkommt. Sie belasten aber Ihr Konto oder das Kreditkartenlimit in der Reisezeit.

Im Beispiel kostet die Miete ohne Zusatzversicherung 1.464 Euro für zehn Nächte, also 146 Euro je Nacht statt der beworbenen 120 Euro. Diese Differenz von rund 20 Prozent ist typisch und kein Zeichen für ein unseriöses Angebot; sie entsteht, weil Pauschalen und Kilometer nicht im Tagespreis stecken. Unseriös wird es erst, wenn eine Pauschale im Angebot fehlt und erst im Mietvertrag am Übergabetag auftaucht.

Was Kaution und Selbstbeteiligung mit dem Preis zu tun haben

Die Kaution ist kein Kostenposten, aber sie bindet Geld: Die ADAC Wohnmobilvermietung verlangt 1.500 Euro je Wohnmobil und 1.000 Euro je Wohnwagen, zu hinterlegen bei Übergabe in bar oder an manchen Stationen per Kreditkarte. Der ADAC nennt in seinen rechtlichen Tipps vom 7. Juli 2026 rund 1.500 Euro als übliche Höhe in der Branche. Die Kaution entspricht in aller Regel der Selbstbeteiligung der Vollkaskoversicherung, also dem Betrag, den Sie bei einem Schaden selbst tragen.

Die Selbstbeteiligung ist der Posten, der Ihre Reise im Schadensfall teuer macht. Beim ADAC beträgt sie 1.500 Euro je Schadensfall, bei Luxus-Wohnmobilen bis 2.500 Euro, und sie gilt je Schaden, nicht je Miete. Zwei Kratzer an zwei Tagen können also zweimal die Selbstbeteiligung kosten. Gegen einen Tagesaufpreis senken viele Vermieter die Selbstbeteiligung, beim ADAC auf 250 Euro. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrer Erfahrung mit sieben Meter langen Fahrzeugen ab und davon, ob Sie 1.500 Euro im Schadensfall entbehren können.

Ab 3,5 Tonnen zahlen Sie unterwegs Maut nach Lkw-Tarif

Die Maut in Europa richtet sich beim Wohnmobil nach der zulässigen Gesamtmasse, in Frankreich zusätzlich nach der Höhe. Die Grenze liegt fast überall bei 3,5 Tonnen. Ein Miet-Wohnmobil mit 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse, das die meisten Vermieter für Inhaber der Klasse B anbieten, fährt mit Pkw-Vignette; ein Fahrzeug mit 3.850 oder 4.250 Kilogramm zahlt in Österreich und der Schweiz nach Lkw-System. In Deutschland zahlen Wohnmobile keine Maut, weil die Lkw-Maut nach § 1 Bundesfernstraßenmautgesetz nur Fahrzeuge trifft, die für den Güterkraftverkehr bestimmt sind.

Maut und Vignetten für Wohnmobile in vier Ländern nach zulässiger Gesamtmasse. Quellen: ASFINAG (Vignettenpreise ab 1. Dezember 2025, GO-Maut-Tarife ab 1. Januar 2026), Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit und ADAC (Schweiz), ADAC (Frankreich, Italien), § 1 BFStrMG (Deutschland).
LandBis 3,5 t zulässige GesamtmasseÜber 3,5 t zulässige GesamtmasseBesonderheit
DeutschlandKeine MautKeine Maut, weil Wohnmobile nicht dem Güterkraftverkehr dienenGilt auch für Wohnmobile über 7,5 t
ÖsterreichVignette: 9,60 Euro für 1 Tag, 12,80 Euro für 10 Tage, 32,00 Euro für 2 Monate, 106,80 Euro für 1 JahrGO-Box mit Kilometertarif: 2026 zwischen 0,2486 und 0,2774 Euro je Kilometer netto für zweiachsige EURO-VI-Fahrzeuge, zuzüglich 20 Prozent UmsatzsteuerMaßgeblich ist die technisch zulässige Gesamtmasse laut Fahrzeugpapieren, nicht das tatsächliche Gewicht
SchweizVignette 40 Franken je KalenderjahrPauschale Schwerverkehrsabgabe: 3,25 Franken je Tag, mindestens 25 Franken, höchstens 58,50 Franken je 30 Tage; 58,50 Franken je Monat; 650 Franken je JahrÜber 3,5 t keine Vignette zusätzlich; Zahlung vorab im Via-Portal des Zolls
FrankreichKlasse 1 bis 2 Meter Höhe, Klasse 2 zwischen 2 und 3 Metern HöheKlasse 3 bei zwei Achsen, Klasse 4 ab drei Achsen; Klasse 3 gilt auch für Fahrzeuge bis 3,5 t ab 3 Metern HöheStreckenabhängige Autobahnmaut; auf A13, A14 und A79 ohne Schranken, Zahlung binnen 72 Stunden
ItalienKlasse B ab 1,30 Metern Höhe an der Vorderachse, also praktisch jedes WohnmobilKlasse B bleibt bei zwei Achsen; ab drei Achsen Klasse 3Streckenabhängige Autobahnmaut, Höhe statt Gewicht entscheidet
Welche Maut zahlt mein Miet-Wohnmobil in Österreich und der Schweiz?

Steht in der Zulassungsbescheinigung eine technisch zulässige Gesamtmasse über 3.500 Kilogramm?

Ja

Sie fahren nach Lkw-System: in Österreich mit GO-Box nach Kilometern, in der Schweiz mit der pauschalen Schwerverkehrsabgabe ab 25 Franken. Beides regeln Sie vor der Grenze, sonst drohen Ersatzmaut und Bußgeld.

Nein

Führen Sie einen Anhänger mit, der die Kombination über 3,5 Tonnen bringt?

Ja

In Österreich bleibt es bei der Vignette für das Zugfahrzeug, solange dessen technisch zulässige Gesamtmasse bei höchstens 3,5 Tonnen liegt. In der Schweiz braucht der Anhänger über 3,5 Tonnen Gesamtmasse eine eigene Abgabe; fragen Sie vor der Reise beim Zoll nach.

Nein

Sie zahlen die Pkw-Vignette: in Österreich 12,80 Euro für 10 Tage, in der Schweiz 40 Franken für das Kalenderjahr. Kaufen Sie die digitale Vignette auf das Kennzeichen des Mietfahrzeugs, nicht auf Ihr eigenes.

Für Frankreich zählt zusätzlich die Höhe. Ein Alkoven-Wohnmobil ist oft über 3 Meter hoch und fällt damit auch bei 3,5 Tonnen in Klasse 3, die Lkw-Klasse. Fragen Sie den Vermieter vor der Buchung nach der genauen Höhe des Fahrzeugs inklusive Dachaufbauten, denn die Differenz zwischen Klasse 2 und Klasse 3 macht auf langen Strecken einen dreistelligen Betrag aus.

Was Stellplatz und Campingplatz pro Nacht kosten

Ein Campingplatz in Deutschland kostet laut ADAC Camping-Preisindex 2026 im Durchschnitt 40 Euro je Nacht für eine dreiköpfige Familie in der Hochsaison. Der Preis enthält den Standplatz, 5 Kilowattstunden Strom, drei Warmwasserduschen und die Kurtaxe. Am günstigsten ist Thüringen mit 33 Euro, am teuersten sind Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit je 43 Euro. In Europa liegt der Durchschnitt bei 52 Euro; Schweden kostet 43 Euro, Frankreich 50 Euro, Italien 66 Euro und Kroatien 68 Euro je Nacht.

Wohnmobilstellplätze ohne Campingplatzausstattung sind günstiger, aber dafür gibt es keine bundesweite Preisstatistik. Der Preis steht am Automaten oder in der Stellplatz-App des Betreibers, und er schwankt zwischen kostenlos auf kommunalen Plätzen und dem Niveau eines einfachen Campingplatzes in Küstenorten. Rechnen Sie für eine zehntägige Reise mit Mischnutzung mit einer Spanne, nicht mit einem Betrag, und prüfen Sie, ob Strom, Frischwasser und Entsorgung im Stellplatzpreis enthalten sind oder je Vorgang bezahlt werden.

So läuft eine Wohnmobilmiete von der Buchung bis zur Kautionsrückzahlung

Der Ablauf einer Wohnmobilmiete hat sechs Stationen, und an jeder entscheidet sich ein Teil des Preises. Wer die Reihenfolge kennt, bucht früher, storniert günstiger und bekommt die Kaution vollständig zurück.

Die 6 Stationen einer Wohnmobilmiete
  1. Angebot einholen

    Fragen Sie mindestens drei Vermieter mit denselben Reisedaten an und lassen Sie sich Tagespreis, Pauschalen, Freikilometer, Kilometerpreis, Kaution und Selbstbeteiligung schriftlich geben.

  2. Buchen und anzahlen

    Mit der Reservierungsbestätigung beginnt die Stornostaffel. Bei der ADAC Wohnmobilvermietung kostet eine Stornierung mehr als 100 Tage vor Mietbeginn 10 Prozent des Mietpreises, mindestens 75 Euro; ab 7 Tagen vor Mietbeginn 80 Prozent, ab 48 Stunden 90 Prozent (AGB Stand Januar 2026).

  3. Übergabe mit Einweisung

    Der Mietvertrag entsteht laut ADAC in der Regel erst bei der Abholung. Vergleichen Sie ihn mit der Buchungsbestätigung, lassen Sie sich Gas, Wasser, Strom, Heizung und Toilette erklären und fotografieren Sie jeden vorhandenen Kratzer für das Übergabeprotokoll.

  4. Kaution hinterlegen

    Die Kaution zahlen Sie bei Übergabe, beim ADAC 1.500 Euro in bar oder per Kreditkarte. Klären Sie vorher, ob Ihre Karte das Limit hergibt, wenn gleichzeitig der Restmietpreis abgebucht wird.

  5. Rückgabe zum vereinbarten Termin

    Geben Sie das Fahrzeug gereinigt, mit geleerter Toilettenkassette und zur vereinbarten Uhrzeit zurück. Bei verspäteter Rückgabe verlangt der ADAC ein Nutzungsentgelt in Höhe des vereinbarten Mietzinses je angefangenem Tag.

  6. Endabrechnung und Kautionsrückzahlung

    Mehrkilometer, fehlender Kraftstoff und Reinigung werden nach Rückgabe abgerechnet. Die Kaution zahlt der ADAC laut seinen Vermietbedingungen binnen angemessener Frist nach Rückgabe und Endabrechnung zurück, sofern keine offenen Forderungen bestehen.

Am meisten sparen Sie an zwei Stationen: bei der Wahl des Reisezeitraums und bei der Rückgabe. Eine Woche außerhalb der Schulferien kostet bei vielen Vermietern weniger als die Hälfte der Ferienwoche, und wer Reinigung und Toilettenkassette selbst erledigt, spart beim ADAC 280 Euro je Miete. Am Versicherungsschutz sollten Sie dagegen nicht sparen, denn eine Selbstbeteiligung von 1.500 Euro trifft Sie bei einem einzigen Parkrempler mit dem Heck.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Wohnmobil für eine Woche zu mieten?

Eine Woche Wohnmobilmiete kostet je nach Fahrzeug und Saison zwischen rund 350 und 2.100 Euro Tagespreise, wenn Sie die vom ADAC genannte Spanne von 50 bis 300 Euro je Tag mit sieben Tagen multiplizieren. Dazu kommen Pauschalen wie 159 Euro Service beim ADAC, Mehrkilometer und Zubehör. Eine amtliche Preisstatistik gibt es nicht; verbindlich ist nur das schriftliche Angebot des Vermieters.

Ist die Kaution beim Wohnmobil mieten ein Teil des Preises?

Nein, die Kaution beim Wohnmobil mieten ist hinterlegtes Geld, das Sie ohne Schaden vollständig zurückbekommen. Sie beträgt bei der ADAC Wohnmobilvermietung 1.500 Euro je Wohnmobil und entspricht der Selbstbeteiligung der Vollkasko. Sie bindet aber während der Reise Bargeld oder Kreditkartenlimit, und bei einem Schaden behält der Vermieter bis zur Höhe der Selbstbeteiligung davon ein.

Zahlt ein Wohnmobil in Deutschland Maut?

Nein, Wohnmobile zahlen in Deutschland keine Maut. Die Lkw-Maut nach § 1 Bundesfernstraßenmautgesetz gilt nur für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder dafür verwendet werden. Ein Wohnmobil befördert keine Güter und bleibt deshalb auch über 3,5 und über 7,5 Tonnen mautfrei.

Was kostet die Maut für ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen in Österreich?

Ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse zahlt in Österreich die GO-Maut nach Kilometern statt der Vignette. Für zweiachsige Fahrzeuge der Abgasklasse EURO VI liegt der Tarif 2026 laut ASFINAG zwischen 0,2486 und 0,2774 Euro je Kilometer ohne Umsatzsteuer, emissionsfreie Fahrzeuge zahlen 0,0587 Euro. Für 300 Kilometer Autobahn sind das rund 90 bis 100 Euro brutto, gegenüber 12,80 Euro für die 10-Tages-Vignette bis 3,5 Tonnen.

Was kostet eine Nacht auf dem Campingplatz mit dem Wohnmobil?

Eine Nacht auf einem deutschen Campingplatz kostet laut ADAC Camping-Preisindex 2026 im Durchschnitt 40 Euro für eine dreiköpfige Familie in der Hochsaison, inklusive Standplatz, 5 Kilowattstunden Strom, drei Warmduschen und Kurtaxe. Thüringen ist mit 33 Euro am günstigsten, Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind mit 43 Euro am teuersten. Im europäischen Durchschnitt sind es 52 Euro, in Kroatien 68 Euro.

Lohnt sich die Zusatzversicherung zur Senkung der Selbstbeteiligung beim Wohnmobil mieten?

Die Zusatzversicherung lohnt sich beim Wohnmobil mieten, wenn Sie die volle Selbstbeteiligung von 1.500 Euro je Schadensfall im Urlaub nicht tragen wollen oder wenig Erfahrung mit langen und hohen Fahrzeugen haben. Beim ADAC sinkt die Selbstbeteiligung damit auf 250 Euro. Vergleichen Sie den Tagesaufpreis mit der Deckung Ihrer Kreditkarte oder einer Reiseversicherung und buchen Sie nur eine der beiden, weil doppelter Schutz keinen zweiten Betrag bringt.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Selbstbeteiligung (Wohnmobilmiete): Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den Mietende bei einem selbstverschuldeten Schaden trotz Vollkaskoversicherung aus eigener Tasche tragen. Bei Wohnmobilen bewegt sie sich meist zwischen 500 und 1.500 Euro pro Schadensfall, abhängig vom Vermieter und von einer gebuchten Zusatzversicherung, die die Höhe senken kann.
  • Kaution (Wohnmobilmiete): Die Kaution ist ein Betrag, den Mietende vor Übernahme des Wohnmobils hinterlegen und der bei Schäden zur Deckung der Selbstbeteiligung dient. Üblich sind rund 1.500 Euro, orientiert an der Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung. Ohne Schaden wird die Kaution nach der Rückgabe vollständig erstattet, meist innerhalb weniger Tage.
  • Freikilometer: Freikilometer sind die im Mietpreis enthaltenen Kilometer, meist als Tagespauschale angegeben, etwa 150 bis 300 Kilometer pro Miettag. Wer darüber hinaus fährt, zahlt einen Kilometerpreis pro zusätzlichem Kilometer, der je nach Anbieter deutlich variiert. Für längere Reisen bieten manche Vermieter feste Kilometerpakete zum Vorabpreis an.
  • Endreinigung (Wohnmobilmiete): Die Endreinigung ist eine meist einmalige Pauschale für die Reinigung des Wohnmobils nach der Rückgabe, unabhängig von der Mietdauer. Üblich sind Beträge zwischen 50 und 200 Euro, je nach Fahrzeuggröße und Anbieter, oft aufgeteilt in Innen- und Außenreinigung sowie die separate Leerung der Toilettenkassette.
  • Nebenkostenpaket: Ein Nebenkostenpaket bündelt Zusatzleistungen zum reinen Mietpreis, etwa Campingausstattung, Bettwäsche, Einweisung, eine volle Gasflasche oder ein Navigationsgerät. Je nach Vermieter liegt es zwischen rund 130 und 200 Euro pro Miete oder ist bereits in einem All-Inclusive-Tarif enthalten, statt einzeln aufgeführt zu werden.
  • Wohnmobilstellplatz: Ein Wohnmobilstellplatz ist eine einfache Abstellfläche für Reisemobile, meist mit Strom- und Wasseranschluss sowie einer Entsorgungsstation, aber ohne die umfangreiche Infrastruktur eines Campingplatzes. Er ist für kurze Aufenthalte von ein bis fünf Nächten ausgelegt, oft ohne Reservierung und mit flexiblen An- und Abreisezeiten nutzbar.
  • Campingplatz: Ein Campingplatz ist ein offiziell betriebenes, meist eingezäuntes Gelände mit Rezeption, Sanitäranlagen und oft zusätzlichen Freizeitangeboten, ausgelegt auf mehrtägige Aufenthalte mit Reservierung. Anders als ein Wohnmobilstellplatz nimmt er neben Wohnmobilen auch Wohnwagen und Zelte auf und bietet damit die umfassendste Infrastruktur unter den offiziellen Übernachtungsformen für Camper.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 1 Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG), Autobahn- und Bundesstraßenmaut, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. Vignettenpreise 2026 für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, gültig ab 1. Dezember 2025, ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft,
  3. GO-Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, Tarife ab 1. Januar 2026, ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft,
  4. Pauschale Schwerverkehrsabgabe (PSVA) für im Ausland immatrikulierte Fahrzeuge, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), Schweiz,
  5. Kraftfahrt-Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 23/2025: 1 Million Wohnmobile in Deutschland, Kraftfahrt-Bundesamt (KBA),
  6. Über 94.000 Neuzulassungen: Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz 2025, Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD),
  7. Häufige Fragen zur Wohnmobilvermietung: Kaution, Selbstbeteiligung, Servicepauschale, Reinigung (Stand Juni 2024), ADAC Autovermietung GmbH,
  8. Allgemeine Vermietbedingungen Wohnmobile (Stand Januar 2026), ADAC Autovermietung GmbH,
  9. Wohnmobil mieten in Frankfurt: Mietpreise pro Tag zwischen 50 und 300 Euro, ADAC Autovermietung GmbH,
  10. Rechtliche Tipps zur Wohnmobil-Miete (7. Juli 2026), ADAC e.V.,
  11. Maut und Vignette in Frankreich: Mautklassen 1 bis 5 (2026), ADAC e.V.,
  12. Campingplatz-Kosten: ADAC Camping-Preisindex 2026 (Stand März 2026), PiNCAMP by ADAC, ADAC Camping GmbH,

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Stand dieser Angaben: 20. September 2026.